Im Guesthouse wird man direkt nach der Ankunft auch schon mit der Geschichte Kambodschas konfrontiert. Motorradfahrer möchten einen am liebsten sofort entweder zum berüchtigten S-21 Gefängnis und den Killing Fields bringen, Orte an denen zehntausende ermordet wurden - oder alternativ zu einer Shooting Range. Ziemlich verstörend, wie pietätslos teilweise mit diesen Dingen umgegangen wird. Möchte Wissen, wie die Reaktion in Deutschland ausfallen würde, wenn ein Reiseunternehmen das unglaublich günstige Komplettangebot anbietet - Erst Auschwitz und anschliessend ein bischen rumballern - krank.
Leider waren sowohl das S-21 Gefangnis als auch die Killing Fields
in ihrer Wirkung als Mahnmal und in der Dokumentation der Geschehnisse fuer meine Begriffe sehr enttaueschend - Vielleicht braucht Kambodscha noch einige Jahr(zehnt)e - in Deutschland hat es sicherlich auch einige Zeit gebraucht. Obwohl beide Staetten auf internationale Besucher abzielen (es sind tatsaechlich hauptsaechlich Auslaender die Besucher) gibt es teilweise Tafeln und Beschriftungen, deren mangelhaftes Englisch unfreiwillig komisch wirkt - oder unglaubwuerdig.
Was aber nicht heisst, dass man nicht von der Brutalitaet und der Perversion der roten Khmer geschockt wird - Vorstellungen, die schwer zu verarbeiten sind.